Podcast Episode 10 – Ein Gespräch über Lebenskunst
Thomas Müller im Gespräch mit Christoph Röckelein
Thomas Müller im Gespräch mit Christoph Röckelein
Ein Gespräch über Lebenskunst
Christoph Röckelein im Dialog mit Thomas Müller
Was bedeutet es, das eigene Leben als Kunst zu begreifen? Thomas Müller teilt in diesem Gespräch seine Erfahrungen mit der Lebenskunst – insbesondere, wie ihm Achtsamkeit und buddhistische Praxis halfen, mit einem völlig neuen Leben umzugehen.
Im Zentrum des Gesprächs steht eine zentrale Unterscheidung: die zwischen Schmerz und Leid. Schmerz, so Thomas, ist Teil des Lebens – unvermeidlich, manchmal unausweichlich. Leid hingegen entsteht oft erst dort, wo wir uns an negative Gedanken klammern und sie bewerten. Genau in diesem Anhaften, erklärt er, liegt eine Macht, die wir selbst in der Hand haben: Wer lernt, Tatsachen ohne inneren Widerstand anzunehmen, verändert sein Verhältnis zum Leid grundlegend.
Christoph führt das Gespräch durch zentrale Konzepte der Lebenskunst, während Thomas anhand konkreter Erfahrungen aus seinem Leben zeigt, wie Achtsamkeit und bewusste Atmung ihm halfen, Gedanken zu beobachten, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Diese innere Haltung – das Gewahrsein, das nicht greift, sondern wahrnimmt – beschreibt er als eine Praxis, die sein Leben tiefgreifend verändert hat. Sie ermöglichte ihm, selbst in schwierigen Situationen mit Mitgefühl zu reagieren, anstatt mit Widerstand.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf dem Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid. Mitgefühl, so Thomas, bedeutet, das Leiden anderer zu verstehen – nicht, sich darin zu verlieren. Er beschreibt ein Bild, das ihn selbst begleitet: Gedanken wie Wolken am Himmel zu betrachten – kommend und gehend, ohne dass man sich mit ihnen identifizieren muss. Besonders eindrücklich erzählt er von einer schweren Lungenentzündung, während der er die vorübergehende, transitorische Natur von Leid und Krankheit auf eine ganz neue Weise erkannte – eine Erfahrung, die er heute als wichtige Lektion für seine Bewusstseinsentwicklung versteht.
Gegen Ende des Gesprächs richtet sich der Blick auf das, was Lebenskunst im Kern bedeutet: die Ewigkeit im Hier und Jetzt zu erkennen. Thomas beschreibt, wie Achtsamkeit und das Bewusstsein der eigenen Gedanken helfen, einer Situation nicht entgegenzutreten, sondern ihr zu begegnen. Die Verantwortung für die Kunst des Lebens, so betont er, liegt letztlich bei jedem selbst. Als praktischen Wegweiser teilt er eine einfache, aber kraftvolle Übung: die bewusste Fokussierung auf den Atem – ein Anker zur Ruhe und Klarheit des Geistes.
Studium Generale Lebenskunst: Thomas befindet er sich selbst seit 43 Jahren auf diesem Weg – und teilt sein Wissen mit einer Tiefe, die nur aus langer, gelebter Erfahrung entstehen kann.
Viel Freude beim Hineinhören.
